Bundesausschuss, 06.12.2025

JEF-Geschichte verstehen, um Zukunft zu gestalten!

Beschluss des Bundesausschuss der Jungen Europäischen Föderalist:innen am 06.12.2025

Beschluss im Wortlaut:

2024 hat sich die Gründung unseres Verbandes zum 75. Mal gejährt. Wenige Verbände können auf eine so lange und kontinuierliche Geschichte zurückblicken. Doch wie viel wissen wir heute eigentlich noch über diese Geschichte? Einige Meilensteine sind bekannt, wie zum Beispiel unsere Gründung auf der Wachenburg 1949, der Studentensturm auf die deutsch-französische Grenze in St. Germanshof 1950 oder die Besetzung von Helgoland im selben Jahr. Jenseits dessen tun sich jedoch große Wissenslücken auf.

Selbst als langjähriges Mitglied muss man sich das Wissen über Wirkungsorte, wichtige Ereignisse und zentrale Persönlichkeiten mühsam erarbeiten. All das ist aber Wissen, das wir als Verband und Aktive brauchen, um unsere Organisation, unseren Zweck und unsere Arbeit überhaupt verstehen zu können. Gerade in Zeiten des Mitgliederschwunds ist es deshalb unabdingbar, dass wir über unsere Vergangenheit und das, was wir als Verband in den letzten 75 Jahren bewegt haben, informiert sind. Nur so können wir unserer Arbeit noch mehr Sinnhaftigkeit verleihen und Neu- und Altmitgliedern vermitteln, worauf es bei JEF überhaupt ankommt.

Denn häufig stellen wir uns die Frage, welche Rolle wir als JEF in Politik und Gesellschaft einnehmen wollen. Eine Antwort auf diese Frage gestaltet sich in der aktuellen Kultur der Politikverdrossenheit und halblebigen Lippenbekenntnisse für Europa schwierig. Als junge Menschen sind wir im Alltag mit vielen Herausforderungen konfrontiert und sind begleitet von Krisen, die uns erschüttern und demotivieren. Genau dabei kann der Blick in die Vergangenheit, auf das Erlebte und Geschaffte, auf das Vermächtnis und die Errungenschaften der Generationen unserer Vorgänger:innen eine wichtige Motivationsquelle sein. Der Blick zurück lohnt sich – nicht nur, weil daraus wichtige Lehren gezogen werden können, sondern auch weil es zeigt, dass auch vor 75 Jahren schon junge Menschen mit dem gleichen Herz für Europa auf die Straße gegangen sind.

Die Zukunft der JEF kann nur gestaltet werden, wenn wir unsere Geschichte kennen und sie vermitteln, nutzen und wachhalten. Deshalb fordern wir den Bundesausschuss dazu auf, zur Aufarbeitung der JEF-Geschichte ein Bundesprojekt zu errichten. Das Projekt soll nach wissenschaftlichen Standards unter Mitarbeit von geprüften Historiker:innen durchgeführt werden.

Inhalte des Bundesprojekts könnten wie folgt aussehen:

  1. Erstellung einer umfassenden Materialsammlung
  2. Archivbesuche und daraus folgende Rekonstruktion von Ereignissen und Entstehungsgeschichte
  3. Abfrage in den Landesverbänden zu ihrer Kenntnis/vorhandenen Materialien
  4. Austausch mit der EUD zu ihrem Wissensstand
  5. Sichtung von weiterführenden Materialien (z.B. Lektüre von “Der

Studentensturm auf die Grenzen von 1950. Für ein föderales Europa”)

  1. Erstellung eines ausführlichen Zeitstrahls und einer JEF-Bibliographie
  2. Durchführung von lebensgeschichtlichen Interviews mit Zeitzeug:innen
  3. Verfassung einer JEF-Chronik
  4. Erstellung eines aussagekräftigen OnePagers zur Geschichte unseres Verbandes. Es ist wünschenswert, dass vor allem auch (ehemalige aktive) JEFerinnen und JEFer, die derzeit (schwerpunktmäßig) in der EUD engagiert sind, sich in dieses Bundesprojekt einbringen. Für die Leitung des Bundesprojektes empfehlen wir Personen, die idealerweise kein weiteres JEF-Amt innehaben.
ninaJEF-Geschichte verstehen, um Zukunft zu gestalten!