Bundesausschuss, 06.12.2025
Impulse für eine nachhaltige europäische Gesundheitsversorgung
Beschluss des Bundesausschuss der Jungen Europäischen Föderalist:innen am 06.12.2025
Beschluss im Wortlaut:
Als Reaktion auf die COVID-19-Pandemie wurde von der Europäischen Kommission das EU4Health-Programm ins Leben gerufen.1 Es handelt sich um das bislang umfangreichste europäische Gesundheitsförderprogramm mit einem geplanten Investitionsvolumen von über vier Milliarden Euro für den Zeitraum 2021 bis 2027. Auch mehrere Nicht-EU-Staaten – darunter Norwegen, Island, die Ukraine, Moldau, Montenegro sowie Bosnien und Herzegowina – nehmen an EU4Health teil.
Die inhaltliche Umsetzung erfolgt über jährliche Arbeitsprogramme, die folgende zentrale Schwerpunkte adressieren:
Krisenvorsorge und Resilienz
Gesundheitsförderung und Krankheitsprävention
Stärkung der Gesundheitssysteme und Fachkräfte
Digitalisierung im Gesundheitswesen
EU4Health unterstützt die Mitgliedstaaten finanziell – teils zweckgebunden – bei der Umsetzung dieser Prioritäten. Wir als JEF Deutschland begrüßen dieses Maßnahmenpaket ausdrücklich als einen wichtigen Schritt hin zu einer koordinierten Europäischen Gesundheitspolitik. Gleichzeitig sehen wir weiteres Harmonisierungspotenzial: Um nicht nur nationale Gesundheitssysteme zu stärken, sondern auch die Grundlage für eine Europäische Gesundheitsunion mit verbindlichen Mindeststandards zu schaffen, braucht es eine intensivere Koordinierung und Prioritätensetzung auf EU-Ebene.
In diesem Zusammenhang fordern wir, folgende Themenbereiche sowohl im aktuellen Programm als auch im Rahmen eines möglichen Nachfolgeprogramms im Mehrjährigen Finanzrahmen (MFR) 2028–2034 stärker zu priorisieren:
Resilienzaufbau im Pandemieschutz – Umsetzung der Lehren aus COVID-19
Harmonisierung der Anerkennung bisherer medizinischer Ausbildungsabschlüsse aus den Mitgliedstaaten sowie Auf- und Ausbau gemeinsamer europäischer Ausbildungsprogramme im Gesundheitsbereich
Schrittweise Einführung eines Digitalen Europäischen Impfpasses
Entwicklung einer gemeinsamen Strategie zur Beschaffung von Arzneistoffen
und Medikamenten
Eigenständige Förderlinie zur Förderung der mentalen Gesundheit
Insbesondere das Thema mentale Gesundheit liegt uns als JEF Deutschland in unserer Rolle als Stimme junger Europäer:innen besonders am Herzen. Die psychischen Belastungen junger Menschen in Europa nehmen spürbar zu. Daher fordern wir präventive Maßnahmen, niederschwellige Angebote und einen systematischen Ausbau von Versorgungsstrukturen für die psychische Gesundheit. Dieses Feld verdient im Rahmen künftiger EU-Gesundheitsprogramme eine eigenständige strategische Priorität.
