Grundsätze der politischen Arbeit der JEF


Zur Umsetzung ihrer politischen Positionen formuliert die JEF die folgenden Schwerpunkte ihrer Arbeit:

• Wir wollen verstärkt an die maßgeblichen Politiker herantreten, um Richtlinien integrativer Jugendpolitik anzustoßen. Wir müssen das Bewusstsein wecken, dass den jungen Leuten noch Toleranz und europäisches Bürgertum nahegebracht werden kann. Wir dürfen unsere Aufgabe, Lobbyarbeit bei den deutschen Parlamenten und dem Europäischen Parlament zu leisten, nicht vernachlässigen. Das gilt für den Bundesverband hinsichtlich des Bundestages, aber auch die Landesverbände müssten ihre Landtage betreuen.

 

• In Zeiten, in denen vielerorts Ausländerfeindlichkeit herrscht, müssen wir als Verband mehr an die Öffentlichkeit gehen. Wir können das Gespräch mit jungen Ausländern und deren Verbänden suchen und mit ihnen gemeinsame Aktionen durchführen, so zu Beginn des Kontaktes gemeinsame kulturelle Veranstaltungen (z.B. Jahreswechsel), um einander besser kennenzulernen. Solche Aktionen dienen als gute Beispiele, um ein vereintes Europa vorzuleben. Damit kann man die unwissende und passive Öffentlichkeit aufmerksam machen, an die Presse und die regionalen Rundfunk- und Fernsehstationen herantreten.

 

• Wenn die Medien ihr Publikum beeinflussen, müssen wir - so übertrieben das klingen mag - die Medien beeinflussen. Wir können interessante Aktionen vorweisen, politisch interessierte junge Leute sind in der Öffentlichkeit nicht oft anzutreffen, so dass sich unsere Mitglieder als Gesprächspartner anbieten. Auf diese Weise können wir die Themen deutsch-ausländische Zusammenarbeit und europäische Fragen in die Medien bringen.

 

• Hier ist auch jedes einzelne Mitglied aufgerufen mitzuhelfen. Jede/r einzelne trägt ein Stück Verantwortung für den Verband, wenn er/sie bei jeder Gelegenheit für den europäischen Gedanken wirbt. Wenn wir unsere Mitglieder stärker in die täglichen Anstrengungen einbinden, können wir vielleicht das eine oder andere neue Mitglied gewinnen. Es ist Aufgabe des gesamten Verbandes, für die Europäische Integration zu werben.

 

• Schließlich müssen die JEF der Motor der deutschen Jugendverbände beim Thema Europa sein. Dies bedeutet die Initiierung von Arbeitstreffen, das Angebot zur Ausrichtung von Tagungen zu europapolitischen Themen, die Koordinierung von größeren Aktionen, die partei- und ressortübergreifende Probleme behandeln und nur den europäischen Aspekt gemeinsam haben.

 

• Wir sollten uns innerverbandlich weniger um Personalia, Satzungen und die Durchsetzung deutscher Interessen auf Europaebene bzw. landesverbandlicher Interessen auf Bundesebene kümmern. Statt dessen ist es sehr wichtig, dass wir uns verstärkt für die institutionelle Reform der EU, für weitere inhaltliche Vertiefung (d.h. Integration weiterer Politikbereiche, weg von der intergouvernementalen Zusammenarbeit, wie z.B. Gemeinsame Aussen- und Sicherheitspolitik (GASP) und Justitielle und Polizeiliche Zusammenarbeit in Strafsachen und die stetige Heranführung der osteuropäischen Staaten an die EU einsetzen. Für uns ist die europäische Verfassung unabdingbar!

In der Hoffnung, dass wir in diesem Sinne zwar nicht zu einem neuen Grundsatzprogramm, aber zu einem neuen Aktionsprogramm und einer aufgefrischten inhaltlichen Diskussion kommen werden.

 

(Beschluss des 41. JEF-Bundeskongresses in Nürnberg vom 29.-30. Oktober 1994, Geändert vom Bundesausschuss in Bonn vom 21.-22. Juni 1997 und vom Bundesausschuss 99-04. in Hameln. Zu überprüfen auf dem letzten Bundesausschuss in 2001.)